Samstag , Oktober 21 2017
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Raffrollo, eine kleines Tutorial

Hallo ihr Lieben,

ich habe es endlich geschafft, ein Raffrollo für unser Wohnzimmer zu nähen. Gut, dass wir ja auch erst 8 Wochen in der neuen Wohnung sind. Aber Pflichtaufgaben mochte ich noch nie, auch nicht wenn sie mit meinem Lieblingshobby zu tun haben.

Ich habe ein bisschen mit fotografiert und werde euch erklären, wie man ein Raffrollo näht.

Starten wir mit den Nähzutaten:

  • Stoff, beachtet hierbei, dass wenn euer Fenster breiter ist als die Stoffbreite, dass ihr euch für ein Muster entscheidet, das man um 90° drehen kann. Warum erklär ich gleich
  • die Schiene mit Klettband
  • Halterungen für die Schiene
  • Flauschband
  • Schlaufenband, eine ganze Menge
  • Kordel, wirklich viel
  • Gardinenringe
  • Schnurbeschwerer
  • Gewichtstange

Als erstes müsst ihr euer Fenster ausmessen. Ich habe heute die Schiene aus der alten Wohnung verwendet, die war 164cm und steht nun knapp 10cm rechts und links neben Fenster über. Ich persönlich finde das schick so und ich musste keine neue kaufen. Normalerweise liegt Stoff bei 150cm breite. Da ich ein einfaches Karomuster verwendet hab, das auch gut um 90° gedreht werden kann macht das nichts. Deshalb achtet bitte unbedingt bei eurer Musterwahl darauf. Vor allem wenn ihr aus dem gleichen Stoff noch andere Vorhänge nähen wollt. Alternativ könntet ihr auch zwei Stoffbahnen zusammen nähen. Ich würde dann die Naht genau mittig im Rollo setzen.

Nun messt ihr die Länge des Raffrollos, also bis dahin wo das Rollo ungefähr enden soll. Dieser Länge gebt ihr 3x15cm hinzu. Die braucht ihr um am Schluss 3 Dekofalten zu haben. Bei mir sollte das Rollo bei ca. 70cm von der Schiene aus enden. Also brauchte ich als Endmaß 115cm. Außerdem müsst ihr noch die Nahtzugabe dazurechnen und den Tunnel für die Stange, die unten reinkommt. Ich hab da 3cm für berechnet. Insgesamt habe ich 122cm benötig, da ich aber lieber in 5er Schritten arbeite habe ich auf 125cm erhöht. Lässt sich einfach besser abmessen und am Ende fallen die 3cm nicht auf. ;o)

Nach dem ganzen messen und berechnen kommt der Zuschnitt und ihr habt dann ein schönes Rechteck vor Euch liegen. Meins war nun 170cm breit, mit 2,5cm Nahtzugabe (ja das ist zum Schluss 1cm als die Schiene) und 125cm lang.

 

Der fertige Zuschnitt

Nun wird genäht. Als erstes habe ich die drei Schnittseiten mit der Overlock versäubert, das geht natürlich auch mit der Nähmaschine. Das Versäubern verhindert, dass der Stoff bei der nächsten Wäsche nicht ausfranst.

Versäubern der Schnittkanten

Nach dem Versäubern habe ich die beiden Seiten um meine Nahtzugabe umgebügelt und abgesteppt.

Als nächstes kommt das Schlaufenband an die Reihe. Man sollte ca. alle 30-40cm ein Schlaufenband aufnähen, damit am Ende zwischen den Falten nichts durchhängt. Ich habe 5 Schlaufenbänder aufgenäht. Die beiden äußeren ca. 6cm vom Rand. Und danach konnte ich mich am Muster orientieren und habe alle 5Kästchen (36cm) ein Band aufgenäht. Karomuster eignen sich hervorragend, da muss man nicht immer wieder den Abstand vom Rand bzw von Schlaufenband zu Schlaufenband abmessen, da kann man sich wunderbar an den Karos orientieren. Ich habe meine Schlaufenbänder mittig zwischen zwei Karos aufgenäht. Das Band wird knappkantig rechts und links auf die Linke Stoffseite aufgesteppt. Es gibt übrigens auch Schlaufenband zum aufbügeln, sehr praktisch. Gab es nur leider nicht im Laden.

Schlaufenband festgesteckt
knappkantig steppen

Nach dem Schlaufenband habe ich den Tunnel für die Gewichtstange genäht, dafür habe ich erst die Nahtzugabe umgebügelt und dann das ganze nochmal um 3cm umgeschlagen. Auch hier habe ich knappkantig abgesteppt.

Nun wird das Flauschband aufgenäht. Wieder wird erst die Nahtzugabe umgebügelt. Darauf das Schlaufband befestigt. Ich habe mir da mit den Wonder Clips beholfen. Stecknadeln bekommt man kaum durch das Flauschband. Auch dieses wird knappkantig oben und unten festgesteppt. Von den beiden Schritten habe ich kein Foto gemacht, aber ich denke eure Fantasie reicht aus, um euch diese Schritte vorstellen zu können.

Das Raffrollo ist fast fertig.

Bevor die Kordeln eingezogen werden. Müssen noch an jedem Schlaufenband oben und unten, also am Tunnel für die Stange und am Flauschband die Gardinenringe mit der Hand angenäht werden.

Gardinenringe festnähen

Zum Schluss knotet ihr an jeden Ring am Tunnel eine Kordel fest und zieht diese durch die Schlaufen des Schlaufbandes und dann nochmal durch alle folgenden Ringe. Hier hilft ein Stopfnadel unheimlich. Und dann geht man mit der Kordel noch mal bis ungefähr zur Mitte des Raffrollos, da könnt ihr dann die Bänder abschneiden.

Kordel festknoten

Jetzt nur noch mal drüber bügeln und dann kann das neue Raffrollo aufgehangen werden. :o)

Nun kommt die Gewichtstange unten in den genähten Tunnel. Die kann man übrigens auch gut in der Gartenabteilung kaufen und dann ist man deutlich günstiger. Zum Schluss folgt nur noch die schwierige Aufgabe den Schnurbeschwerer an die Kordeln zu fummeln. Und das auch noch so, dass man ihn bei gewünschter Länge nicht sieht. Gar nicht so einfach! Deshalb macht man das am besten zu Zweit.

Das Raffrollo noch in Form zupfen, fertig!

Fertig!

Ich hatte einen etwas festen Baumwollstoff vom Möbelschweden verwendet, da lassen sich leider die Falten noch nicht so ausformen. Ich hoffe, das gibt sich, wenn das Rollo ein Weilchen hängt.

Ich hoffe, euch gefällt meine kleine Anleitung. Und ich finde, da das Rollo in unserem Wohnzimmer auch für mich ist geht der Beitrag jetzt noch schnell zu RUMS.

Bis bald Eure Steffi

Über Toni van Nihe

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